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hervor, die er uns von jener Ehre giebt, welche die Juden einander erwiesen und von einander annahmen, und vor welcher er die Nachfolger seiner Demuth, die sein Kreuz trugen, warnte. Die Ausdrücke, deren er sich bediente, und die er nicht auf das Volk, sondern auf die gelehrten und großen Männer von Ansehn und Ehre unter den Juden anwendete, sind diese: „Sie sitzen gern oben an über Tisch“ oder bei Gastmahlen,[1] d. h.: sie lieben, hinsichtlich des Ranges und der Ehre, die vornehmsten Plätze; „und haben es gern, wenn sie gegrüßet werden;“[WS 1] d. h.: sie finden Gefallen an den üblichen Begrüßungen und Ehrenbezeigungen, wie z. B. in unsern Tagen das Entblößen des Hauptes und die Verbeugungen des Körpers sind; und zwar „auf dem Markte;“ nämlich: an bemerkbaren Orten, z. B. auf öffentlichen Wandelgängen, Sammelplätzen u. s. w. Und endlich sagt Christus, haben sie es gern, „wenn sie von den Menschen Rabbi genannt werden.“[2] Diese Benennung war bei den Juden einer der ausgezeichnetsten Titel; ein Wort, das große Ehre und Erhabenheit bezeichnete, und mit den jetzt gebräuchlichen Ausdrücken: Eure Gnaden, Eure Herrlichkeit, Hochwürdiger Vater etc. als gleichbedeutend betrachtet werden kann. Es war über solche Menschen von hohem Range und verfeinerter Bildung, über welche unser Herr das Wehe aussprach; indem er ihr ehrsüchtiges Betragen als ein böses Merkmaal, woran sie kennbar waren,


  1. Matth 23, 6.
  2. Matth. 23, 6. Mark. 12, 38. Luk. 11, 43.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Satzteil „d.h. sie lieben…gegrüßt werden“ doppelt
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 176. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/184&oldid=3378416 (Version vom 1.8.2018)