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Wer treulich in dem beharret, was, seiner festen Ueberzeugung nach, Gott von ihm fordert, so sehr es auch dem Geiste und Sinne der Welt und seiner Eigenliebe zuwider seyn mag, der wird am Ende eine reiche Belohnung darin finden. – Denkt, Brüder, an den Trunk kalten Wassers! „Wir werden ernten, wenn wir nicht müde werden!“ Erinnert euch, daß unser himmlischer Führer sich nicht vor dem beugen wollte, der zu ihm sagte: „Wenn du niederfällst und mich anbetest, so will ich dir alle Herrlichkeit der Welt geben.“[1] Und sollten wir uns denn nun verneigen? Nein, nein! Wir müssen unserm heiligen Führer nachfolgen.

§. 30. Ehe ich jedoch diese Abtheilung schließe, wird es nicht unpassend seyn, wenn ich noch eine Unterredung hinzufüge, die ich einst mit einem verstorbenen, nicht wenig berühmten Bischofe über diesen Gegenstand hatte. Er suchte, wie ich mich erinnere, der Stärke meines Beweises dadurch auszuweichen, daß er sagte: ‚Mardochai habe die Verbeugung vor dem Haman nicht aus der Ursache verweigert, weil dieselbe ein Zeichen der Verehrung des königlichen Günstlings war, sondern weil er (Mardochai) ein Vorbild von Christo, und Haman ein Unbeschnittener gewesen sey, der sich eher vor ihm hätte verbeugen sollen.‘ Hierauf erwiederte ich, ‚daß, indem ich zugäbe, Mardochai sei ein Vorbild von Christo gewesen, so wie die Juden das Volk oder die Kirche Gottes vorstellten, und daß auch so wie die Juden durch Mardochai erhalten wurden, die Kirche durch Christum errettet und erhalten werde, dieses nur zu meinen Gunsten entscheide; da aus demselben Grunde


  1. Matth. 4, 9.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 169. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/177&oldid=3378409 (Version vom 1.8.2018)