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in frühern und spätern Zeiten von Gott, von seinem Sohne und von seinen Knechten sind verboten worden, wie ich aus drei oder vier klaren Zeugnissen zu beweisen mich bestreben werde.

§. 29. Meinen ersten Beweis nehme ich aus der Geschichte des Mardochai und des Hamans, welche so sehr für uns spricht, daß sie, meines Erachtens, alle Widersprüche, die man in dieser Sache schon gegen uns vorgebracht hat, zum Schweigen bringen muß. Haman war erster Staatsdiener und der Günstling des Königs Ahasverus. Der Text sagt: „Der König setzte seinen Stuhl über alle Fürsten, die bei ihm waren, und alle Knechte des Königs beugten die Knie und beteten Haman an; denn der König hatte es also geboten. Aber Mardochai beugte die Knie nicht und betete nicht an.“[1] Dieses hatte zuerst für Mardochai so schlimme Folgen, daß auf Hamans Befehl ein Galgen für ihn errichtet ward. Allein der Ausgang der Geschichte zeigt, daß Haman seine Erfindung selbst versuchen und an dem für Mardochai errichteten Galgen seinen Stolz mit seinem Leben bezahlen mußte. War nun aber Mardochai, – nach Art der Welt davon zu reden, und ohne auf den für ihn günstigen Ausgang der Begebenheit zu sehen, – nicht ein ungeschliffener, oder doch wenigstens alberner, launischer oder eigensinniger Mann, daß er um einer Kleinigkeit willen sich einer solchen Gefahr aussetzte? Was würde es ihm geschadet haben, wenn er sich vor Haman gebückt und den Mann geehrt hätte, dem der König Ehre erwies? Verachtete er nicht den König selbst, indem er Haman die ihm gebührende Ehrenbezeigung


  1. Esther 3, 1. 2.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 167. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/175&oldid=3378407 (Version vom 1.8.2018)