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heiligen Berge bleiben? – Wer die Gottlosen nicht achtet, sondern die Gottesfürchtigen ehret.“[1] Hier werden nur Diejenigen, die Gott von Herzen fürchten und lieben, der Ehre würdig gehalten, und die Gottlosen hingegen, die Gott und sein Gesetz sowohl in ihren eigenen Herzen als auch in andern verachten, als Gegenstände der Unehre betrachtet, die nur Geringachtung verdienen.

Zum Beschlusse dieser Untersuchung des Sinnes, der dem Worte Ehre in der Schrift beigelegt wird, will ich noch bemerken, daß aus Allem, was davon gesagt ist, drei Hauptbegriffe von Ehre hervorgehen, nach welchen erstlich die Ehre, die wir unsern Obern oder Vorgesetzten schuldig sind, in Gehorsam, zweitens die, welche wir unsers Gleichen zu erweisen haben, in Liebe und Achtung, und drittens diejenige, die wir gegen Geringere oder gegen unsere Untergebenen beobachten müssen, in Unterstützung Schutz und Hülfe bestehet. Dieses ist die wahre Ehre, die mit dem Willen Gottes übereinstimmt, und unter seinem Volke vor Zeiten gebräuchlich war.

§. 20. Wie wenig aber nun allem Diesem in der leeren Zeremonie des Hutabnehmens, in der Beugung des Rückens oder der Knie, und in der Beilegung schmeichelhafter Titel bestehet, lasse ich den Wahrheit sprechenden Zeugen Gottes in jedem uneingenommenen Herzen beurtheilen. Denn ich darf mich in Ansehung des Werthes oder Unwerthes dieser Dinge nicht auf die Entscheidung des stolzen, von seiner Eigenliebe bestochenen, selbstsüchtigen


  1. Ps. 15, 1–4.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 161. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/169&oldid=3378401 (Version vom 1.8.2018)