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„wohl gehen.“[1] Und Christus setzt Thorheit oder Unvernunft mit Gotteslästerung, Stolz, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Bosheit u. s. w. in eine Klasse. – Ich führe diese Schriftstellen hier an, um den Unterschied zu zeigen, der zwischen dem Sinne des heiligen Geistes und den Begriffen, die man in den ersten Zeitaltern von Narrheit und Thorheit und von einem Narren hatte, der keine Ehre verdiente, und zwischen dem Sinne Statt findet, den man in unsern Tagen mit diesen Ausdrücken gewöhnlich verbindet; damit uns das Mißverhältniß zwischen der Ehre, welche der heilige Geist und Diejenigen, die durch ihn geleitet wurden, unter diesem Ausdrucke verstanden, und zwischen den Gebräuchen, die gegenwärtig unter den Bekennern der christlichen Religion als Ehrenerweisungen üblich sind, desto klarer einleuchten möge.

§. 15. Unter dem Worte Ehre wird ferner auch guter Ruf verstanden, und in diesem Sinne nehmen wir es gleichfalls. Salomo sagt: „Ein holdseliges Weib erhält die Ehre.“[2] Das heißt: sie bewahret ihren guten Namen und behauptet durch ihre Tugend den Ruf von ihrer Bescheidenheit und Keuschheit. An einem andern Orte sagt er: „Es ist dem Manne eine Ehre, vom Hader zu bleiben;“[3] d. h. es erwirbt ihm den Ruf eines weisen und guten Mannes. Christus drückt denselben Sinn des Wortes aus, wenn er sagt: „Ein Prophet gilt nirgend weniger als in seinem Vaterlande.“[4] (Nach dem Englischen: Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, außer in seinem Vaterlande.) D. h. er genießt überall Zutrauen und Achtung, am wenigsten


  1. Spr. Sal. 5, 22. 23.
  2. Kap. 11, 16.
  3. Kap. 20, 3.
  4. Matth. 13, 57.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 157. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/165&oldid=3378398 (Version vom 1.8.2018)