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Ein Narr ist nämlich keines Vertauens fähig und folglich keiner Beförderung und Erhebung würdig. Dazu sind Tugend, Weisheit, Rechtschaffenheit und Fleiß erforderlich, die ein Narr nicht besitzt. Und sollen nun schmeichelhafte Titel und andere jetzt übliche Zeichen der Ehrenbezeigung für wirkliche Ehre gelten, so muß Salomo’s Sprichwort unfehlbar eintreffen; wie es denn auch in unserm Zeitalter häufig genug der Fall ist, wenn dergleichen Ehrenerweisungen auf Leute verschwendet werden, die Salomo’s Narren ähnlich sind, indem sie sich „der Zucht der Weisheit entziehen“[1] und die Furcht der Herrn hassen, die doch nur allein den Menschen zu einem seiner Weisen machen kann.

§. 14. So wie Tugend und Weisheit im Grunde eins sind, haben auch Narrheit oder Thorheit und Gottlosigkeit oder Bosheit einerlei Bedeutung. So wird z. B. Sichems Schändung der Dina, einer Tochter Jakobs, und die Empörung und Gottlosigkeit der Israeliten in der Schrift Narrheit und Thorheit genannt.[2] David sagte, „seine Wunden stanken und eiterten von seiner Thorheit,“[3] d. h. von seinen Sünden; und an einem andern Orte: „Ach daß der Herr seinem Volke und seinen Heiligen Frieden zusagte; damit sie nicht wieder auf eine Thorheit gerathen!“[4] d. h. nicht wieder Böses thun. „Die Missethat des Gottlosen,“ sagt Salomo, wird ihn fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gehalten werden. Er wird sterben, weil er sich nicht will ziehen lassen, und um seiner großen Thorheit willen wird es ihm nicht


  1. Spr. Sal. 13, 18.
  2. 1. Mos. 34, 7. Josua 7, 15.
  3. Ps. 38, 6.
  4. Ps. 85, 9.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 156. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/164&oldid=3378397 (Version vom 1.8.2018)