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an ihn glauben müssen, wie er ihnen deutlich sagte. Dieser Begriff von Ehre leuchtet auch sehr klar aus dem Beispiele des Hauptmannes ein, dessen Glauben Christus so sehr lobte. Denn als derselbe unserm Heilande eine Schilderung seiner Ehrensteilen gab, sagte er zu ihm: „Ich habe Kriegesknechte unter mir, und wenn ich zu Einem sage: gehe hin, so geht er; und zu einem Andern: komm her, so kommt er; und zu meinem Knechte: thue das, so thut er’s.“[1] Hierin setzte er die Ehre seines Postens und die Achtung, die seine Soldaten ihm erwiesen; aber nicht in Entblößung des Hauptes und Beugung des Körpers. Auch sind solche Gebräuche bis jetzt unter den Soldaten noch nicht üblich geworden; da sie weibisch und des männlichen Ernstes unwürdig sind.

§. 13. Ferner wird das Wort Ehre in der Schrift gebraucht, um Beförderung zu einem mächtigen und erhabenen Amte auszudrücken. So gebraucht es David, wenn er von Christo zu Gott sagt: „Mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönet; er hat große Ehre an deiner Hülfe!“[2] (oder an deinem Heile!) D. h.: Gott hat Christo Gewalt über alle seine Feinde gegeben und ihn zu großer Herrschaft erhoben. Salomo sagt: „Die Furcht des Herrn ist Zucht zur Weisheit, und ehe man zu Ehren kommt, muß man zuvor leiden.“[3] D. h.: Ehe man befördert wird, muß man zuvor Demüthigungen erfahren. Und an einem andern Orte sagt er: „Wie der Schnee im Sommer und der Regen in der Ernte, so reimt sich dem Narren Ehre nicht.“[4]


  1. Luk. 7, 8.
  2. Ps. 8, 6. u. 21, 6.
  3. Spr. Sal. 15, 33.
  4. Kap. 26, 1.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 155. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/163&oldid=3378396 (Version vom 1.8.2018)