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welche,“ wie der Apostel sagt, „das Ende der Welt gekommen war.“ Gott weiß es, daß es in jenen Tagen so mit uns war. Das Licht der Erscheinung Christi in unsern Herzen entdeckte jede Pflanze, die er nicht selbst in uns gepflanzt hatte, und der Athem seines Mundes zerstörte sie. Er war ein schneller Zeuge gegen jeden unreinen Gedanken, gegen jedes unfruchtbare Werk; und, gepriesen sei sein Name! wir ärgerten uns nicht an ihm oder an seinen Gerichten. Da war es, daß wir über unser ganzes Leben eine strenge Prüfung anstellten; daß jeder Gedanke, jedes Wort, jede Handlung dem Gerichte unterworfen, in der Wurzel untersucht und in Hinsicht auf Zweck und Folgen erwogen wurde. „Augenlust, Fleischeslust und hoffärtiges Leben,“[1] diese Grundpfeiler des Geheimnisses der Bosheit in uns, waren den Augen unserer Seelen enthüllt. Unsere eigene Kenntniß des bösen Sauerteiges, unsere eigenen Erfahrungen von seinen verschiedenen verderblichen Wirkungen und von dem, was er hervorgebracht und wie er gewirkt hatte, gaben uns eine Einsicht in den Zustand Anderer. Und was wir nun in uns selbst nicht billigen konnten, ja, nicht durften leben und fortwirken lassen, weil wir offenbar einsahen, daß es in der Macht des Abfalles aus einer bösen Wurzel entsprungen war, das konnten wir auch in Andern nicht gut heißen und nähren. Daher glaube ich in der Furcht und Gegenwart des allsehenden gerechten Gottes behaupten zu können, daß, unter vielen andern Dingen, uns auch die gegenwärtig in der Welt üblichen Ehrenbezeigungen zur Last geworden sind; da wir sie als Früchte erkannt haben, die nicht im Garten Gottes gewachsen,


  1. 1. Joh. 2, 16.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 148. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/156&oldid=3378389 (Version vom 1.8.2018)