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Gottlose und Sünder erscheinen?“[1] Darum, „weil wir wissen, daß der Herr zu fürchten ist,“ (nach dem Englischen: „weil wir den Schrecken des Herrn kennen,“) wie Paulus sagt, „so überreden wir die Menschen.“[2] Und wozu? – Sich loszureißen von dem Wesen und Geiste, von den verderblichen Lüsten und eitlen Gebräuchen einer argen Welt; eingedenk der Worte Jesu: „daß der Mensch am Tage des Gerichts von jedem unnützen Worte, das er geredet hat, Rechenschaft geben muß.“[3]

Die großen Gemüthsübungen, unter denen wir uns befanden, und die Niedergeschlagenheit unserer Geister fiel unsern Nachbarn und Bekannten bald auf; und wir schämten uns auch nicht, zu gestehen, daß die Furcht des Herrn uns so mächtig ergriffen habe, weil wir so lange unter einem Bekenntnisse von Religion den heiligen Geist Gottes betrübt hatten, der uns wegen unsers Ungehorsams ins Geheim bestrafte. Da wir in diesem Zustande der Zerknirschung und Reue den Gedanken! in unsern alten Sünden zu beharren, verabscheueten, so fürchteten wir uns sogar, erlaubte Dinge zu gebrauchen, weil wir besorgt waren, daß wir sie mißbrauchen möchten. So erfuhren wir die Erfüllung der Worte des Propheten: „Wie geht es denn zu, daß ich alle Männer sehe ihre Hände auf ihren Hüften haben, wie Weiber in Kindesnöthen, und daß alle Angesichter so bleich sind?“ [4] Angst und Wehe hatten uns in der That ergriffen. Unser Himmel schien zu zerschmelzen und unsere Erde aus ihren Angeln gehoben; wir waren wie Menschen, „auf


  1. 1. Petr. 4, 18.
  2. 1. Petr. 4, 18.
  3. Matth. 12, 36.
  4. Jer. 30, 6.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 147. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/155&oldid=3378388 (Version vom 1.8.2018)