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Solon machte Athen durch eine vortreffliche Gesetzverfassung frei; aber der Ehrgeiz des Pisistratus zerstörte sein Werk vor seinen Augen. Alexander, nicht zufrieden mit seinem Reiche, überzog andere mit Krieg, und erfüllte alle Länder, die er unterjochte, mit Raub und Mord. Es war daher eine ganz richtige Bemerkung des Mannes, den Alexander der Seeräuberei beschuldigte, daß Alexander selbst der größte Seeräuber in der Welt sei. Eben dieser Ehrgeiz machte Cäsar zum Verräther seines Vaterlandes, und bewog ihn, die Armee, die ihm zur Vertheidigung desselben anvertrauet war, gegen seine Vorgesetzten zu führen, sie zu überwältigen, und die Herrschaft an sich zu reißen, wodurch zugleich Freiheit und Tugend aus dem römischen Freistaate verbannet wurden. Denn nun erhoben sich Parteien gegen alles Gute in Rom, und jene Mäßigkeit und Weisheit, welche die Senatoren zuvor so ehrwürdig machten, wurden jetzt ihrer Sicherheit gefährlich; indem Cäsar’s Nachfolger kaum Jemand mit dem Tode oder mit der Verbannung verschonten, der nicht Schmeichler ihrer Ungerechtigkeit wurde und ihrer schwelgerischen Lebensart nicht folgte.

§. 6. Auch die Türken liefern einen sprechenden Beweis für meine Behauptung; da sie, um ihre Macht und Herrschaft auszudehnen, oft große Blutbäder angerichtet und viele herrliche Gegenden verwüstet haben.

Dennoch sind sie hierin von abgefallenen Christen übertroffen worden, deren Handlungen um so verwerflicher sind, da sie bessern Unterricht als jene genossen und einen Lehrer gehabt haben, der ihnen andere und vortrefflichere

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 137. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/145&oldid=3378378 (Version vom 1.8.2018)