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und Jammerscenen, welche die traurigen Folgen davon waren, aus den Wirkungen des Ehrgeizes oder eines nach Ansehn, Ruhm und Macht strebenden Stolzes hervorgegangen sind.

§. 2. So scheinbar auch der Vorwand seyn mochte, dessen Korah, Dathan und Abiram sich gegen Moses bedienten, so war es dennoch nur ihr neidisches Trachten nach seiner großen Macht im israelitischen Lager, welches sie zur Verschwörung und zum Aufruhre gegen ihn verleitete. Sie strebten nach seinem Ansehn, und rechneten es ihm zum Verbrechen an, daß sie es nicht besaßen. Sie wollten selbst die Häupter und Anführer des Volks seyn. Und die Folge davon war, daß der Allmächtige sie sammt allen ihren unglücklichen Mitschuldigen auf eine merkwürdige Weise vertilgte.

§. 3. So wollte auch Absalon die Rechte des Volkes gegen die Tyrannei seines Vaters und Königs in Schutz nehmen, oder vielmehr seinen Ehrgeiz mit diesem Vorwande beschönigen. Allein seine Empörung zeigte, daß es sein stolzes Streben nach Macht war, welches ihn zu dem schändlichen Entschlusse gebracht hatte, seine Pflicht als Sohn und Unterthan der Befriedigung seines rastlosen Ehrgeizes aufzuopfern. Dadurch zog er sich selbst einen elenden Tod und seinem Heere eine blutige Niederlage zu.[1]

§. 4. Nebukadnezar dienet zu einem merkwürdigen Beispiele der unbändigen Begierde nach Macht und der übermüthigen Selbsterhebung, welche der Stolz einflößt. Aufgeblasen von seinen großen Fortschritten und


  1. 1. Sam. 15.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 135. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/143&oldid=3378376 (Version vom 1.8.2018)