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Solche Schlachtopfer wurden immer von den wahren Christen Märtyrer genannt; aber die falsch sogenannte Geistlichkeit hat ihnen, den verfolgungssüchtigen Juden nachahmend, den Namen der Gotteslästerer und Ketzer beigelegt. So haben diese Abtrünnigen die Vorhersagung unsers Herrn Jesu Christi erfüllt, der nicht sagte, daß die Menschen glauben würden, den Göttern einen Dienst zu thun, wenn sie seine theuern Nachfolger, die wahren Christen, tödteten, – welches sich auf die Verfolgung der Christen von Seiten der abgöttischen Heiden beziehen könnte –; sondern, daß sie meinen würden, Gott einen Dienst damit zu thun;[1] woraus klar hervorgehet, daß es von solchen geschehen würde, die sich zu dem wahren Gott bekennen, wie auch allezeit die abtrünnigen Christen vorgeblich gethan haben. Diese müssen also, ohne Zweifel, jene Wölfe seyn, von denen der Apostel vorhersagte, „daß sie unter die Gläubigen kommen und der Heerde nicht verschonen würden,“[2] wenn der von ihm angekündigte große Abfall seinen Anfang nähme, der nothwendig kommen müßte, damit der Glaube und die Treue der Rechtschaffenen geprüft und das große Geheimniß der Bosheit offenbar gemacht würde.

Ich schließe diesen Abschnitt mit der Behauptung der ganz unverkennbaren Wahrheit, daß überall, wo die ausgeartete Klerisei, oder sogenannte Geistlichkeit, am meisten Gewalt und Ansehen besaß und auf Fürsten und Staaten den größten Einfluß hatte, auch immer die größten Verwirrungen, Streitigkeiten, Blutscenen, Einziehungen


  1. Joh. 16, 2.
  2. Ap. Gesch. 20, 29.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 131. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/139&oldid=3378372 (Version vom 1.8.2018)