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Gottesverehrung so sehr zu verkehren, daß sie eher der bildlichen Verehrungsart der Juden und dem pomphaften Gottesdienste der Egypter ähnlich war, als mit der schlichten Einfachheit der christlichen Anordnung übereinstimmte, – welche weder der Anbetung auf dem Berge noch der zu Jerusalem gleichen sollte –; so trieb auch derselbe Stolz, dieselbe Anmaßung sie an, den Ruf ihrer großen Diana durch alle nur erdenkliche Mittel der Grausamkeit zu behaupten und aufrecht zu erhalten. Weder die sanften Bitten, noch die demüthigen Vorstellungen von Seiten Derer, die sich genau an die ursprüngliche Reinheit der christlichen Lehre und Gottesverehrung hielten, konnten diese hartherzigen Namenchristen bewegen, sie von der Befolgung ihrer unapostolischen Ueberlieferungen auszunehmen oder zu befreien. So wie die Lehrer und Bischöfe dieser Ausgearteten anfingen, sich um die mühsame Untersuchung und Pflege der Heerde Christi nicht mehr zu bekümmern, wurden sie ehrgeitzig, habsüchtig und üppig, so daß sie in ihrem Betragen eher stolzen, weltlichen Herrschern, als demüthigen, sich selbst verleugnenden Jüngern Jesu glichen. Und die Geschichte fast eines jeden Landes sagt uns, mit welchem Stolze, mit welcher Grausamkeit, und mit was für einem Blutdurste, – der sie die ungewohntesten Martern und seltensten Foltern erfinden ließ –, sie die heiligen Glieder Christi verfolgt und aus der Welt geschafft, und noch überdies mit so furchtbaren Bannflüchen belegt haben, daß sie dieselben, insofern es ihnen möglich gewesen wäre, auch der himmlischen Seligkeit beraubt haben würden.

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 130. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/138&oldid=3378371 (Version vom 1.8.2018)