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Abels Opfer seyn; allein es scheint, daß sein Herz es nicht war. – Von so langer Zeit her hat Gott also schon auf die innere Anbetung der Seele gesehen! – Und was war nun die Folge dieser Verschiedenheit des Herzens jener beiden Gottesverehrer? Kains Stolz empörte sich. Er konnte es nicht ertragen, daß sein Bruder ihn übertraf. Sein Zorn entbrannte. Er beschloß, die Verwerfung seines Opfers an dem Leben seines Bruders zu rächen; und ohne auf die natürlichen Bande der Liebe, noch auf die geringe Anzahl der damals lebenden Menschen Rücksicht zu nehmen, färbte der Grausame seine Hände mit dem Blute seines Bruders.

§. 9. Die Religion der ausgearteten Juden brachte keine bessere Früchte hervor. Denn nachdem sie das innere Leben, die Kraft, den Geist des Gesetzes verloren hatten, bläheten sie sich mit ihrer erlangten Erkenntniß desselben; und in dieser eigenliebigen Gemüthsverfassung dienten ihnen ihre Ansprüche auf Abraham und Moses und auf die göttlichen Verheißungen nur dazu, daß sie ihren Stolz, ihre unerträglichen Anmaßungen und ihre Grausamkeit auf’s Höchste trieben; so daß sie wahre höhere Erscheinungen, wenn sie damit heimgesucht wurden, nicht ertragen konnten, und die an sie gesandten Boten des Friedens wie Wölfe und Tiger behandelten.

§. 10. Es ist auch sehr bemerkenswerth, daß die falschen Propheten, die sich beständig als die heftigsten Gegner der wahren bewiesen, diese immer als falsche verfolgten, und die weltlichen Fürsten und die arme verführte Menge durch ihren Einfluß auf dieselben als Werkzeuge ihrer Bosheit gebrauchten. Daher geschah es,

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 124. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/132&oldid=3378365 (Version vom 1.8.2018)