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§. 17. Vielleicht werden Einige auch fragen: Was ist denn dieser Glaube, der zur Anbetung Gottes so nothwendig ist, und dem Menschen die große Wohlthat gewährt, daß sein Gebet Annahme bei Gott findet? Ich antworte: Dieser Glaube bestehet in einer heiligen Ergebung in den Willen Gottes, und in einem festen Vertrauen auf ihn, welches sich durch religiösen Gehorsam gegen seine göttlichen Forderungen beweiset, und wodurch der Seele eine klare Ueberzeugung von Dem, was sie noch nicht siehet, und ein gewisses Vorgefühl von dem Wesen der Dinge, auf welche sie hoffet, nämlich, von der Herrlichkeit, die hernach geoffenbaret werden soll, erlangt. Da nun dieser Glaube Gottes Gabe ist, so reinigt er auch die Herzen Derer, die ihn empfangen; und der Apostel Paulus bezeuget, daß er nur in einem reinen Gewissen wohne. Darum verbindet er an einem Orte „ein reines Gewissen mit ungeheucheltem Glauben,“ und an einem andern: „Glauben mit einem guten Gewissen.“[1] Jakobus vereinigt „Glauben mit Gerechtigkeit,“[2] und Johannes mit dem Siege über die Welt: „Unser Glaube,“ sagt er, „ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“[3]

§. 18. Die Besitzer dieses Glaubens sind, – wie Paulus erklärt, – auch ohne äußere Beschneidung, die wahren Kinder Abrahams; indem sie, dem Gehorsame des Glaubens gemäß, in seinen Fußstapfen wandeln,[4] wodurch allein die Menschen ein Recht zu dieser Benennung erwerben können. Dieser Glaube erhebt nicht nur


  1. 1. Tim. 1, 5. Kap. 3, 9.
  2. Jak. 2, 14 bis zu Ende.
  3. 1 Joh. 5, 4. 5.
  4. Röm. 4, 12.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 115. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/123&oldid=3378356 (Version vom 1.8.2018)