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obsiegte. Alle Gottesverehrung aber, die nicht im Glauben verrichtet wird, ist nicht nur fruchtlos für die, welche sie vollziehen, sondern auch mißfällig in den Augen Gottes. Und dieser Glaube, der die Eigenschaft hat, daß er das Herz der wahren Gläubigen reinigt und ihnen den Sieg über die Welt giebt, ist eine Gabe Gottes. Doch der Prophet sagt noch ferner: „Wohl Allen, die auf den Herrn harren!“ und warum? „denn die, welche auf den Herrn harren, bekommen neue Kraft, daß sie nicht matt noch müde werden.“[1] Gewiß eine große Aufmunterung, auf Gott zu harren! Aber es geht noch weiter, wenn er sagt, „daß von der Welt her nicht gehöret noch mit Ohren vernommen sei, und kein Auge, ohne Gott, es gesehen habe, was denen geschiehet, die auf ihn harren.“[2] Sehet, das ist das innere Leben und die Freude der Gerechten, der wahren Gottersverehrer, deren Geister vor der Erscheinung des Geistes Gottes in ihren Herzen sich beugen; die Alles verlassen und verleugnen, wogegen derselbe zeuget, und Alles ergreifen und annehmen, wozu er sie leitet.

Aber auch in Jeremia’s Zeiten harrten die wahren Anbeter auf Gott. Denn er versichert uns, „der Herr sei freundlich gegen den, der auf ihn harret, und gegen die Seele, die nach ihm fraget.“[3] So ermahnte gleichfalls der Prophet Hosea die Kirche zu seiner Zeit, sich zu Gott zu wenden und auf ihn zu harren: „So bekehre dich nun zu deinem Gott!“ sagt er, „halte Barmherzigkeit und Recht, und hoffe, (nach dem Englischen: harre oder warte) stets auf deinen Gott.“[4] Auch


  1. Jes. 30, 18.   Kap. 40, 31.
  2. Jes. 64, 4.
  3. Klagl. Jer. 3, 25.
  4. Hos. 12, 7.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 103. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/111&oldid=3378344 (Version vom 1.8.2018)