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Du kannst dir nicht vorstellen, wie nahe er mit seiner Hülfe Denen ist, die wahrhaft auf ihn harren. O! versuche es nur und habe Glauben! Noch sagt er uns: „Harre auf den Herrn und halte seinen Weg.“[1] Hier sehen wir die Ursache, warum so Wenige wahre Fortschritte machen. Sie bleiben nicht in seinem Wege, und können daher nie recht auf ihn harren. Indessen hatte David doch gute Gründe für Das, was er sagte; da er so großen Trost und so viele Vortheile in dem gesegneten Wege des Herrn erfahren hatte.

§. 11. Der Prophet Jesaias sagt uns, daß die Gläubigen im Volke, obgleich die Züchtigungen des Herrn wegen ihrer Uebertretungen schwer auf ihnen lagen, dennoch „in dem Wege seiner Gerichte,“ unter Gefühlen seiner Bestrafungen und seines Mißfallens, „auf ihn geharret haben,“ und daß „das Verlangen ihrer Seelen,“ – welches die Hauptsache dabei ist, – „auf seinen Namen und Gedächtniß gerichtet gewesen sei.“[2] Sie waren es gern zufrieden, Verweise und Züchtigungen von ihm zu erhalten, weil sie gesündigt hatten, und es war ihr sehnliches Verlangen, daß er sich ihnen auf diese Weise zu erkennen geben möchte. Aber erschien er ihnen denn nicht auch endlich in seiner Barmherzigkeit? – Allerdings erkannten sie ihn auch darin, so daß sie sagen konnten, „Sehet! das ist unser Gott, auf den wir harren. Er wird uns helfen.! das ist der Herr, auf den wir harren, damit wir in seinem Heile uns freuen und fröhlich sind.“[3] Erfahrungen, welche die arme, sinnliche Welt nicht kennt! O seliger Genuß! o köstliches Vertrauen! Dieses war ein Harren im Glauben, welches


  1. Ps. 37, 34.
  2. Jes. 26, 8.
  3. Kap. 25, 9.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 102. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/110&oldid=- (Version vom 1.8.2018)