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selbst angeordnet hatte; da aber Diejenigen, welche sie darbrachten, sich nicht in der dazu erforderlichen Geistesstimmung und rechten Gemüthsverfassung befanden, so erklärte Gott, und zwar auf eine sehr nachdrückliche Weise, seinen Abscheu dagegen; und an einem andern Orte verbietet er sogar, durch denselben Propheten, alle fernere Opfer solcher Art. „Bringet nicht mehr Speisopfer so vergeblich,“ sagt Gott. „Das Rauchwerk ist mir ein Greuel; der Neumonden und Sabbathe, da ihr zusammenkommt, und Mühe und Angst habt, mag ich nicht. Und wenn ihr gleich eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und ob ihr gleich viel betet, höre ich euch doch nicht.“[1] Welch eine furchtbare Verwerfung ihres Gottesdienstes! Und warum verwarf ihn der Herr? – Weil ihre Herzen verunreinigt waren; weil sie den Herrn nicht von ganzem Herzen liebten, sondern sein Gesetz übertraten, sich gegen seinen Geist empörten, und nicht thaten, was in seinen Augen recht war. Dieses gehet sehr klar aus der Veränderung und Besserung hervor, die er in den folgenden Worten verlangt: „Waschet, reiniget euch, thut euer böses Wesen vor meinen Augen hinweg. Lasset ab vom Bösen, lernet Gutes thun. Trachtet nach Recht, helfet dem Unterdrückten, schaffet den Waisen Recht und helfet (führet) der Wittwen Sache.“[2] Unter diesen Bedingungen, die unerläßlich sind, ladet er nun Alle ein, zu ihm zu kommen, wenn er ferner sagt: „Wenn denn auch eure Sünden blutroth sind, sollen sie doch schneeweiß werden; und wären sie wie Rosinfarbe, so sollen sie doch wie (weiße) Wolle werden.“[3]

  1. Jes. 1, 13–15.
  2. V. 16. 17.
  3. V. 18.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 96. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/104&oldid=3378337 (Version vom 1.8.2018)