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§. 3. Wahre Gottesverehrung kann nur mit einem Herzen vollzogen werden, das durch den Geist Gottes dazu vorbereitet ist. §. 4. Ohne den göttlichen Athem des Lebens ist die Seele des Menschen geistlich todt, und daher nicht im Stande, den lebendigen Gott gehörig anzubeten. §. 5. Wir sollten keine Gebetsformeln ersinnen, nach denen wir beten wollen. – Wie die Christen beten sollen; und von dem Beistande, den ihnen der Geist Gottes dabei leistet. §. 6. Wie die Vorbereitung des Herzens zur wahren Gottesverehrung erlangt wird. Das Mittel dazu ist, daß man, wie David und Andere der Alten gethan haben, im heiligen Schweigen auf Gott harre. Dadurch können wir sowohl unsere Mängel, als auch unsere Hülfsmittel, am besten erkennen. §. 7. Diejenigen, welche sich für gesund halten, oder von sich selbst angefüllt und satt sind, glauben dieses Harrens nicht zu bedürfen, und wenden es daher auch nicht an. Aber die Armen am Geiste denken anders; darum erhöret sie auch der Herr, und füllet sie mit seinen Gütern. §. 8. Wäre eine solche Vorbereitung des Herzens nicht nöthig, so würden die jüdischen Zeiten heiliger und geistlicher gewesen seyn, als die Zeit des Evangeliums ist; sie war aber schon damals erforderlich, und wie viel mehr muß sie es nicht jetzt seyn? §. 9. So wie die Sünde Gott nicht ehret, so kann es auch keine leere Formalität; das sagt David, Jesaias, u. a. §. 10. Selbst die Formen und Einrichtungen, die Gott verordnet hat, sind ihm mißfällig, wenn sein eigener Geist sie nicht belebt; wievielmehr werden es denn nicht die menschlichen Erfindungen seyn? §. 11. Gottes Kinder fanden Gott zu allen Zeiten auf seinem Wege, nicht auf den ihrigen; und auf dem seinigen fanden sie auch allezeit Hülfe und Trost. So war es zu den Zeiten Jeremia’s; die Güte des Herrn offenbarte sich seinen Kindern, die wahrhaft auf ihn harreten, und ein dürstendes Verlangen nach einem innern Gefühle und Genusse seines Naheseyns hatten. Auch Christus befahl seinen Jüngern, daß sie auf den heiligen Geist warten sollten. §. 12. Fernere Erklärung dieser Lehre vom stillen Harren auf den Einfluß Gottes. Sie endigt mit einer Anspielung auf den Teich zu Bethesda, einem treffenden


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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 82. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/090&oldid=3378323 (Version vom 1.8.2018)