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Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: Der Himmel ist mein Stuhl, und die Erde meiner Füße Schemel, was für ein Haus wollt ihr mir denn bauen? spricht der Herr, oder welches ist die Stätte meiner Ruhe? Hat nicht meine Hand das Alles gemacht?“[1] Hier sehen wir klar die gänzliche Ueberflüssigkeit der weltlichen Tempel und aller ihnen anklebenden Zeremonien. – Aber der Märtyrer Jesu dringt noch schärfer auf jene abgewichenen Juden ein, welche in jenen Zeiten die prachitliebenden, zeremoniellen und weltlichgesinnten Gottesverehrer waren: „Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren!“ sagt er, „ihr widerstrebet allezeit dem heiligen Geiste; wie eure Väter thaten, so thut auch ihr.“ Das ist so viel, als wenn er gesagt hätte: Eure äußern Tempel, Beobachtungen und Schattendienste, eure Ansprüche auf eure natürliche Abkunft von Abraham, und auf eure Nachfolge in der Religion Mosis, helfen euch nichts; ihr widerstrebet dem heiligen Geiste, und widersprechet seinen Belehrungen; ihr wollt euch seinem Rathe nicht unterwerfen, und eure Herzen sind nicht ungetheilt auf Gott gerichtet. Ihr seid Nachfolger der Ungerechtigkeit eurer Väter, und wenn ihr auch mit dem Munde die Propheten bewundert und lobet, so seid ihr dennoch nicht ihre Nachfolger im Glauben und Leben.

Der Prophet Jesaias geht aber noch etwas weiter, als was Stephanus von ihm anführt; denn nachdem er gezeigt hat, was Gottes Haus, nämlich der Ort seiner Ruhe, nicht sei, fährt er mit diesen Worten fort: „Ich sehe aber an den Elenden, der eines zerbrochenen Geistes


  1. Ap. Gesch. 7.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 70. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/078&oldid=3378311 (Version vom 1.8.2018)