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und allgemeinen Gerichtstage der Welt von ihm verworfen werden wird, wenn Alle werden gerichtet werden, und ein Jeder nach dem, wie er in diesem Leben gehandelt, nicht nach dem, was er hier mit dem Munde bekannt hat, die Vergeltung empfangen wird. Jesus hat gelehret: „Wenn dein rechtes Auge dich ärgert, so mußt du es ausreißen, und wenn deine rechte Hand dich ärgert, so mußt du sie abhauen.“[1] Das heißt: Wenn das Theuerste, das Nützlichste, und was du am zärtlichsten auf der Welt liebst, dem Heile deiner Seele im Wege stehet, deinen Gehorsam gegen die Stimme Gottes unterbricht, und dich an der Gleichförmigkeit mit seinem in deinem Herzen dir geoffenbarten Willen hindert, so bist du bei Strafe der Verdammniß verpflichtet, diesen Dingen zu entsagen und dich von ihnen los zu machen.

§. 22. Der Weg Gottes ist ein Weg des Glaubens; eben so dunkel für die Vernunft, als tödtlich für die Eigenliebe. Nur die Kinder des Gehorsams, die mit dem heiligen Paulus Alles für Schaden und Unrath halten, damit sie Christum gewinnen mögen, nur diese sind es, die den schmalen Weg kennen und auf demselben wandeln. Bloßes Beschauen und Grübeln kann die Sache nicht ausrichten; auch können verfeinerte Begriffe den Eingang zu diesem Wege nicht öffnen. Nur die Gehorsamen sollen das Gute des Landes genießen."[2] Von denen, die bereit sind, den Willen Gottes zu thun, sagt Jesus, daß sie seine Lehre erkennen werden;[3] diese will er unterrichten. Wo aber die Eigenliebe, – auch die erlaubte, – die Herrschaft hat, und nicht untergeordnet


  1. Matth. 5, 29. 30.
  2. Jes. 1, 19.
  3. Joh. 7, 17.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 60. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/068&oldid=3378301 (Version vom 1.8.2018)