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denn er achtete es nicht; und sitzt nun aber auch zur rechten Hand Gottes.

Als Petrus zu ihm sagte: „Siehe, wir haben Alles verlassen, und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür?“ gab er zur Aufmunterung seiner Jünger die tröstliche Antwort: „Wahrlich ich sage euch, daß ihr, die ihr mir in der Wiedergeburt nachgefolgt seid, wenn des Menschen Sohn auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Geschlechter Israels richten werdet,“[1] die nämlich damals sich in einem Zustande des Abfalles von dem Leben und der Kraft der Gottseligkeit befanden. Dieses war das Loos seiner Jünger, welche die unmittelbaren Gefährten seiner Trübsale und die ersten Gesandten seines Reiches waren. Was er gleich darauf sagt, gehet aber alle an: „Und ein Jeder, der da verläßt Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Aecker um meines Namens willen, der soll es hundertfältig empfangen und das ewige Leben ererben.“[1] Diese sichere Belohnung, diese Krone der Gerechtigkeit war es, die in jedem Zeitalter in den Seelen der Gerechten eine heilige Vernachlässigung, ja, eine gewisse Verachtung der Welt erzeugt hat. Dieser verdanken wir die Standhaftigkeit der Märtyrer, so wie ihrem Blute den Triumph der Wahrheit.

§. 12. Auch ist dies keinesweges eine neue Lehre; sie schreibt sich schon von Abraham her. Sein Leben war ein Leben der Selbstverleugnung, wie aus vielen höchst merkwürdigen Beispielen hervorgehet. Erstlich, indem


  1. a b Matth. 19, 27. 28. 29.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 51. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/059&oldid=3378292 (Version vom 1.8.2018)