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Unwillen und der Wuth ihrer Verwandten und der Regierungen, unter welchen sie lebten, preis zu geben, um die geistlichen Vortheile zu genießen, die ihnen ihre getreue Anhänglichkeit an seine heilige Lehre gewährten. Es gab freilich Viele, die, wie in dem Gleichnisse vom Abendmahle, sich entschuldigen, daß sie ihm nicht nachfolgen könnten; wo nämlich Einige Land angekauft, Einige Weiber genommen, Andere Ochsen gekauft hatten, und deswegen nicht kommen konnten.[1] Es ist klar, daß ihre unmäßige Liebe zur Welt sie davon abhielt. Ihre erlaubten Besitzungen, die ihre Diener hätten seyn sollen, waren ihre Götzen geworden, denen sie mehr Verehrung als Gott erwiesen, und welche sie nicht verlassen wollten, um zu Gott zu kommen. Dieses ist ihnen zur Schande und zum Vorwurfe in den Urkunden der heiligen Schrift aufgezeichnet worden, und wir können hieraus sehen, was für eine Macht die Selbstliebe über den Weltmenschen hat, und welcher Gefahr er sich durch den Mißbrauch erlaubter Dinge aussetzt. – Wie? ist deine Frau dir lieber als dein Heiland? und ziehest du dein Land und deine Ochsen dem Heile deiner Seele vor? O nimm dich in Acht, daß deine Güter dir nicht zuerst zu Schlingen dienen, und hernach zum Fluche werden. Sie zu hoch zu schätzen, heißt den, der sie uns gab, reizen und auffordern, sie uns wieder zu nehmen. Komm, folge ihm, der der Seele ewiges Leben giebt.

§. 10. Wehe denen, die ihre Herzen an irdische Güter hängen; denn wenn diese verschwinden, so verschwindet mit ihnen ihr Himmel. Es ist aber nur zu sehr die Sünde des großen Haufens, daß er den Annehmlichkeiten


  1. Luk. 14, 18. 19. 20.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 49. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/057&oldid=3378290 (Version vom 1.8.2018)