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zu seyn, so erniedrigte er sich doch selbst bis zur Knechtsgestalt herab, ja bis zum schmachvollen Tode am Kreuze;“[1] damit er uns ein Beispiel der reinsten Demuth und der vollkommensten Unterwerfung unter den Willen unsers himmlischen Vaters gäbe.

§. 8. Dieses ist die Lehre, die er uns in den Worten giebt: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt, als mich, der ist meiner nicht werth.“[2] Und bei einer andern Gelegenheit: „Wer unter euch nicht Allem absagt, was er hat, der kann mein Jünger nicht seyn.“[3] Auch dem reichen Jünglinge sagte er gerade heraus, wie er, wenn er das ewige Leben erlangen wollte, „Alles verkaufen und ihm nachfolgen müßte.“[4] Eine harte Lehre für ihn, und für Alle, die, wie er, ungeachtet ihrer hohen Ansprüche aus Religiosität, dennoch in der Wahrheit das, was sie besitzen, mehr als Christum lieben. So stellt also die Lehre von der Selbstverleugnung die Bedingungen fest, ohne deren Erfüllung keine ewige Glückseligkeit zu erwarten ist; indem Christus ausdrücklich sagt: „Will mir Jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf, und folge mir.“[5] Der thue, was ich thue; oder, der muß eben so handeln wie ich, sonst kann er mir, dem Sohne Gottes, nicht ähnlich seyn.

§. 9. Dieses bewog jene ehrlichen Fischer, ihr erlaubtes Gewerbe zu verlassen, und ihm zu folgen, als er sie dazu aufforderte. Andere, welche auf die Tröstung Israels warteten, wurden dadurch bewogen, ihr Vermögen, ihren Ruf, ihre Freiheit und selbst ihr Leben dem


  1. Phil. 2, 5. 6. 7. 8.
  2. Matth. 10, 37.
  3. Luc. 14, 33.
  4. Mark. 10, 21. 22.
  5. Matth. 16, 24.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 48. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/056&oldid=3378289 (Version vom 1.8.2018)