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darin, daß er durch die Kraft des ewigen Geistes sich selbst verleugnete und dem Willen Gottes aufopferte; indem er sich allen Trübsalen seines Lebens und den Schmerzen seines Kreuzestodes für das Heil der Menschen willig unterwarf.

§. 4. Worin bestehet nun unser Kelch, den wir trinken müssen, die Taufe und der Kreuzestod, die wir zu erdulden haben? Darin: daß wir durch die Kraft desselben Geistes uns selbst verleugnen und uns gänzlich hingeben, den Willen Gottes zu seinem Dienste und zu seiner Verherrlichung zu thun, oder zu leiden. Dieses ist das wahre Leben des Kreuzes Jesu, das im Gehorsame gegen dasselbe bestehet. Freilich immer ein schmaler Weg, der aber zuvor noch ungebahnet war. Denn, als Niemand da war, der helfen konnte; als Keiner die Siegel zu öffnen und die wahre Erkenntniß mitzutheilen verstand, um die Schritte zur Rettung des armen verlornen Menschen zu leiten; – da kam er mit der ganzen Fülle seiner Liebe und Kraft; und, mit allen Schwachheiten sterblicher Menschen bekleidet, – wiewohl innerlich durch die Allmacht des unsterblichen Gottes gestärkt, – durchwanderte er alle Beschwerden und Bedürfnisse der menschlichen Natur, brach vor allen Andern zuerst die Bahn, und betrat den ungebahnten Pfad zur Herrlichkeit.

§. 5. O kommt! Laßt uns ihm folgen, dem unermüdetsten, dem siegreichsten Heerführer unsers Heils, gegen welchen alle großen Alexander und mächtigen Cäsarn der Welt weit geringer erscheinen, als die ärmsten Soldaten ihrer Heere gegen sie seyn konnten.


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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 45. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/053&oldid=3378286 (Version vom 1.8.2018)