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dieselben auf eine gotteslästerliche Weise der Macht des Beelzebub zuschrieben, sagte Christus zu ihnen: „Es kann Niemand einem Starken in sein Haus fallen, und seinen Hausrath rauben, es sey denn, daß er zuvor den Starken binde.“[1] Diese Worte, indem sie die große Verschiedenheit zwischen der Macht des Beelzebub, und der Kraft, durch welche Christus ihn austrieb, deutlich zeigen, geben uns zugleich zu erkennen, daß die Herzen der Gottlosen die Werkstätte des Feindes der menschlichen Glückseligkeit sind, und daß seine Hausgeräthe, nämlich die bösen Werke, die er in dem Menschen wirket, nicht eher zerstöret werden können, bis er selbst, der sie hervorgebracht hat, gebunden werde. Aus allem diesem ist nun leicht einzusehen, wo das Kreuz müsse aufgenommen werden, durch dessen Kraft allein der Starke gebunden, seiner Güter beraubt, und mit seinen Versuchungen zurückgewiesen werden kann, nämlich: im Innern der Seele.

§. 5. Nun schreite ich zur Beantwortung der Frage: Wie, oder auf welche Art das Kreuz täglich getragen werden müsse?

Die Art und Weise, das Kreuz zu tragen, ist, wie das Kreuz selbst, geistlich. Sie bestehet in einer innern Unterwerfung der Seele unter den Willen Gottes, so wie dieser ihr durch das Licht Christi in ihrem Innern geoffenbaret wird; wenngleich derselbe ihren eigenen Neigungen zuwider ist. Wenn, zum Beispiele, etwas Böses sich dem Menschen zeigt, und ihn anlockt, so giebt Dasjenige, welches ihm das Böse entdeckt, ihm auch zu verstehen, daß er in dasselbe nicht einwilligen solle. Folgt er nun dieser Warnung, und nimmt auf diese Weise das


  1. Mark. 3, 27.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 40. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/048&oldid=3378281 (Version vom 1.8.2018)