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göttliche Gnade und Kraft, welche den fleischlichen Willen der Menschen kreuzigt, indem sie mit den verderbten Neigungen derselben im Widerspruche stehet, und dem unordentlichen und fleischlichen Verlangen ihrer Gemüther beständig entgegenwirkt. Diese göttliche Kraft und Gnade kann also auch mit Recht das Mittel genannt werden, wodurch der Mensch der Welt gekreuzigt und dem Willen Gottes unterwürfig gemacht wird. Denn nichts anders ist vermögend, die sündlichen Neigungen in uns zu tödten, und es uns leicht zu machen, in den Dingen, die von Natur unserm eigenen Willen zuwider sind, uns dem göttlichen Willen zu unterwerfen.

§. 2. Das Wort vom Kreuze, (oder die Verkündigung desselben,) ward daher auch in den ersten Zeiten von Paulo, jenem berühmten und in geistlichen Dingen wohl bewanderten Apostel, eine Kraft Gottes genannt; wiewohl es damals denen, die verloren gingen, Thorheit war, so wie es Allen, die jetzt verloren gehen, noch Thorheit ist. Das heißt: für die müden und beladenen Seelen, die eines Erlösers bedurften, denen die Sünde lästig und verhaßt geworden war, für diese war die Verkündigung des Kreuzes, durch welches die sinnlichen Neigungen in ihnen getödtet werden konnten, eine Kraft Gottes oder eine Verkündigung der göttlichen Kraft, durch welche sie zu Jüngern Christi und zu Kindern Gottes gemacht wurden. Auch hatte diese göttliche Kraft des Kreuzes einen so mächtigen Einfluß auf ihre Gemüther, daß kein stolzer oder leichtsinniger Spötter im Stande war, sie von der Liebe zu derselben abwendig zu machen. Aber Solchen, die auf dem breiten Wege wandelten, die sich ganz zügellos ihren Lüsten hingaben,


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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 37. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/045&oldid=3378278 (Version vom 1.8.2018)