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nicht sein Kreuz trägt, und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger seyn.[1] Nichts Geringeres als dieses wird hinreichen; das merke dir. So wie es aber hinreichend ist, so ist es auch unerläßlich. Keine Krone, als nur durchs Kreuz; kein ewiges Leben, als nur durch den Tod! Und es ist auch nicht mehr als gerecht, daß jene bösen und grausamen Leidenschaften, die Christum von neuem gekreuzigt haben, durch sein tägliches Kreuz wieder gekreuzigt werden sollten. Sein Kreuz ist der Tod der Sünde, die seinen Tod verursachte. Er selbst aber ist „der Tod des Todes,“ nach der Schriftstelle beim Hosea: „O Tod! ich will dir ein Gift seyn!“[2] (nach der englischen Bibel: „O Tod! ich will dein Tod seyn.“)



Drittes Kapitel.


§. 1. Was das Kreuz Christi ist. – Das Wort Kreuz ist ein figürlicher Ausdruck der göttlichen Kraft, welche die Welt kreuzigt. §. 2. So versteht es Paulus in seiner Epistel an die Korinther. §. 3. Wo das Kreuz erscheint, und wo es getragen werden muß. Es erscheint im Innern des Herzens; da wo die bösen Leidenschaften ihren Sitz haben, müssen sie auch gekreuzigt werden. §. 4. Dieser lehret einem Jeden die Erfahrung, und Christus behauptet es in den Worten: „Aus dem Herzen kommen arge Gedanken, Mord, Ehebruch etc.“ Dieses ist das Haus, wo der Stärkere den Starken binden muß. §. 5. Wie das Kreuz getragen werden


  1. Matth. 16, 24. Mark. 8, 34. Luk. 14, 27.
  2. Hos. 13, 14.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 35. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/043&oldid=3378276 (Version vom 1.8.2018)