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„Der Gottlosen Opfer ist dem Herrn ein Greuel;“[1] und dessen, was Jacobus sagt: „Ihr bittet, und empfanget nicht;“ und warum nicht? „weil ihr übel bittet;“[2] nämlich mit einem Herzen, das nicht gerade, sondern unaufrichtig ist, das sich nicht selbst verleugnet, das nicht in dem Glauben stehet, der das Herz reinigt, und daher auch die Dinge nicht erlangen kann, um welche er bittet; so daß man mit Wahrheit von dir sagen kann: dein Zustand ist durch deine Religion nur noch schlimmer geworden, weil du der Versuchung nachgiebst, dich der Ausübung deiner religiösen Gebräuche und Zeremonien wegen für besser zu halten, als du bist.

§. 10. Aus dieser Einsicht nun, die dir in deinen traurigen Abfall vom ursprünglichen Christenthume, und in die wahre Ursache desselben, – die in nichts anders, als in deiner Vernachlässigung des täglichen Kreuzes Christi bestehet, – hier gegeben ist, wird es dir leicht seyn, dir selbst von dem Mittel zu deiner Wiederherstellung einen klaren Begriff zu machen. Denn, zu derselben Thür, aus welcher du hinausgegangen bist, mußt du auch wieder hereingehen; oder: so wie du dadurch, daß du das tägliche Kreuz sinken ließest, und dich demselben entzogest, dich um deinen glücklichen Zustand gebracht hast, eben so muß auch dein Wiederaufnehmen und dein tägliches ausdauerndes Tragen desselben dich wieder herstellen. Es ist ein und dasselbe Mittel, durch welches Sünder und Abtrünnige zu Jüngern Jesu gemacht werden; wie er selbst gesagt hat: „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf, und folge mir nach; und wer


  1. Sprichw. 15, 8.
  2. Jak. 4, 3.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 34. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/042&oldid=3378275 (Version vom 1.8.2018)