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mußte geprüft werden, und ehe nicht Ursprung und Zweck desselben völlig gebilligt werden konnten, verstatteten sie ihm keinen Raum in ihren Seelen. Während sie also auf diese Weise jeden Zugang in ihre Herzen genau bewachten, war nicht zu befürchten, daß sie Feinde für Freunde aufnehmen würden. – Schnell verschwanden nun auch der alte Himmel und die alte Erde, nämlich: der alte fleischliche oder jüdische, in Schatten und Bilder gehüllte Gottesdienst, und der alte irdische Sinn und Wandel, und Alles wurde täglich neu. „Man hielt den nicht mehr für einen Juden, der bloß äußerlich ein Jude war; auch war das keine Beschneidung, die äußerlich am Fleische geschah; sondern der war ein Jude, der es innerlich im Verborgenen war, und das war eine Beschneidung, die am Herzen, im Geiste und nicht im Buchstaben geschah, deren Lob nicht von Menschen, sondern von Gott war.“[1]

§. 7. In der That, die Herrlichkeit des Kreuzes leuchtete aus dem Leben der Selbstverleugnung Derer, die es trugen, so augenscheinlich hervor, daß es die Heiden mit Staunen erfüllte, und in sehr kurzer Zeit ihre Altäre so erschütterte, ihre Orakel so sehr um ihren Ruf brachte, die Menge so ergriff, daß es sogar bis an die Höfe drang, ihre Armeen überwand, und Priester, Obrigkeiten und Feldherren, als Trophäen seiner Macht und seines Sieges, im Triumphe nach sich zog.

So lange nun jener lautere Sinn unter den Christen herrschte, war auch die göttliche Gegenwart bei ihnen groß, und die Kraft, die sie begleitete, unüberwindlich. „Sie löschte des Feuers Gewalt, bändigte Löwen, wandte


  1. Röm. 2, 28. 29.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/036&oldid=3378269 (Version vom 1.8.2018)