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Buße (d. i. zur Reue und Sinnesänderung) ruft, der Heiland der Welt sey, so wirst du in deinen Sünden sterben, und wohin er gegangen ist, dahin wirst du nie kommen. Denn, wenn du nicht an ihn glaubst, so ist es ganz unmöglich, daß er dir helfen und deine Seligkeit bewirken könne. Er konnte ehemals, wie wir lesen, an einigen Orten nicht viele mächtige Werke verrichten, weil die Menschen nicht an ihn glaubten.[1] Wenn du aber wahrhaft an ihn glaubst, so wird dein inneres Ohr auf seine Stimme in dir aufmerksam seyn, und dann wirst du die Thür deines Herzens seinem Anklopfen öffnen. Du wirst den Offenbarungen seines Lichts nachgeben, und die Belehrungen seiner Gnade werden dir sehr schätzbar seyn.

§. 5. Es liegt in der Natur des wahren Glaubens, daß er eine heilige Furcht, Gott zu beleidigen, eine tiefe Ehrfurcht vor seinen Geboten, und eine sehr zarte Aufmerksamkeit auf das innere Zeugniß seines Geistes in uns erzeugt. Dadurch sind zu allen Zeiten die Kinder Gottes sicher zur Herrlichkeit geführet worden. Denn, so wie Diejenigen, die wahrhaft glauben, Christum mit allen seinen Gaben in ihren Herzen aufnehmen, so ist es auch gewiß, daß Diejenigen, die ihn auf diese Weise aufnehmen, durch ihn Macht empfangen, Gottes Kinder zu werden. Sie empfangen nämlich innere Kraft und Fähigkeit, Alles zu thun, was er von ihnen fordert; Kraft, ihre Lüste zu bekämpfen; ihre Leidenschaften zu beherrschen; den bösen Regungen der verderbten Natur zu widerstehen; sich selbst zu verleugnen und die Welt in allen ihren schmeichelhaften und verführerischen Lockungen zu


  1. Matth. 13,58. Mark 6, 5.6.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 23. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/031&oldid=3378264 (Version vom 1.8.2018)