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ist von unumgänglicher Nothwendigkeit, wenn deine Seele ewig mit ihm leben soll. Er sagte zu den Juden: „Wenn ihr nicht glaubet, daß ichs bin, so werdet ihr in euern Sünden sterben, und wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen“ [1] Weil sie nicht an ihn glaubten, nahmen sie ihn auch nicht an, und verloren also die Wohlthat seiner Erscheinung. Diejenigen aber, die an ihn glaubten, nahmen ihn an, und „Allen, die ihn annahmen,“ sagt uns sein eigener geliebter Jünger, „gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die nicht von dem Geblüte, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.“[2] Das heißt: die nicht Kinder Gottes nach den Moden, Gebräuchen, Vorschriften und überlieferten Sagen der Menschen sind, die sich selbst den Namen der Kirche und des Volks Gottes beilegen; denn die wahren Mitglieder der Kirche Christi werden keinesweges nach dem Willen von Fleisch und Blut, oder nach der Erfindung fleischlichgesinnter, mit der Wiedergeburt und Kraft des heiligen Geistes unbekannter Menschen hervorgebracht; sondern wirklich von Gott, nämlich, nach seinem Willen und durch die in ihren Herzen wirkende, heiligende Kraft seines Geistes und Wortes des Lebens, wiedergeboren. Diese haben immer die rechte Anwendung Christi wohl verstanden; ihnen ist er in der That zur Versöhnung, Weisheit, Heiligung, Gerechtigkeit, Erlösung und Rechtfertigung gemacht.

Nun sage ich dir: Wenn du nicht glaubst, daß Er, der vor der Thür deines Herzens stehet und anklopft, der dir deine Sünden der Reihe nach vorhält, und dich zur

  1. Joh. 8, 21. 24.
  2. Joh. 1, 12. 13.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 22. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/030&oldid=3378263 (Version vom 1.8.2018)