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Welt kommen, erleuchtet, ihnen ihre Werke der Finsterniß und Gottlosigkeit zeigt und offenbar macht, und sie über die Ausübung derselben bestraft.[1] Zweitens: Er ist nicht fern von dir, wie der Apostel Paulus den Atheniensern von Gott erklärte;[2] und Christus selbst sagt: „Siehe! ich stehe vor der Thür und klopfe an; wenn Jemand meine Stimme höret, und die Thür aufthut, zu dem werde ich eingehen und Abendmahl mit ihm halten, und er mit mir.“[3] Kann nun diese Thür, wovon Christus hier redet, wohl eine andere, als die des menschlichen Herzens seyn?

§. 4. Aber dein Herz war bisher, wie die Herberge vor Zeiten, so sehr von andern Gästen angefüllt, deine Neigungen waren so eifrig auf andere Gegenstände deiner Liebe gerichtet, daß für deinen Heiland kein Raum in dir übrig war. Darum ist das Heil noch nicht in deinem Hause eingekehrt, wiewohl es bis zu deiner Thür gekommen ist, und sich dir oft angeboten hat. Auch hast du es schon lange versäumt, obgleich du es zu besitzen vorgegeben hast. – Doch, wenn dein Heiland dich noch ruft, wenn er noch bei dir anklopft, das heißt: wenn sein Licht dir noch scheint, dich noch bestraft; so ist noch Hoffnung da, daß der Tag deines Heils noch nicht vorüber, noch nicht vor deinen Augen verborgen, – daß noch Reue möglich ist; da seine Liebe dir noch nachgehet, und seine heiligen Einladungen zu deiner Errettung noch fortdauern.

Darum, o Christenheit! glaube an ihn, nimm ihn auf, und mache die rechte Anwendung von ihm; dieses

  1. Joh. 1, 9. Kap. 8, 12. Eph. 5, 13.
  2. Apost. Gesch. 17, 27.
  3. Offenb. 3, 20.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 21. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/029&oldid=3378262 (Version vom 1.8.2018)