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nichts destoweniger mit deinem leeren Bekenntnisse vom Christenthume deiner verderbten Selbstliebe geschmeichelt, und auf eine schreckliche Art dich selbst mit falschen Hoffnungen der Seligkeit getäuscht hast. Das Erstere macht deine Krankheit gefährlich, durch das Letztere wird sie aber fast unheilbar.

§. 2. Jedoch, da bei dem Gott des Mitleids Barmherzigkeit ist, damit man ihn fürchte, und da er keinen Gefallen an dem ewigen Tode armer Sünder hat, wenn sie auch Abtrünnige sind; sondern vielmehr will, daß Alle zur Erkenntniß der Wahrheit und zum Gehorsame gegen dieselbe gebracht, und errettet werden sollen: [1] so hat er seinen Sohn zur Versöhnung dargestellt, und zum Heilande gegeben, um die Sünden der ganzen Welt hinwegzunehmen, damit Diejenigen, die an ihn glauben und ihm folgen, in der Vergebung ihrer Sünden und ewigen Tilgung ihrer Uebertretungen die Gerechtigkeit Gottes erkennen möchten. [2] Siehe! hier ist das unfehlbare Heilmittel für dein Uebel, das Gott selbst verordnet hat; in der That eine köstliche Arznei, die niemals fehlschlägt; das große Universalmittel, dem alle Krankheiten weichen müssen.

§. 3. Du wirst aber vielleicht fragen: Was ist denn Christus? und wo ist er zu finden? Wie kann man diese Arznei für die Seele erhalten? und wie muß man sie anwenden, um ihre mächtige Heilkraft zu erfahren? Ich sage dir daher erstlich: Christus ist das große geistige Licht der Welt, welches alle Menschen, die in diese

  1. Hesek. 18, 20. 23. 24.
  2. Matth. 1, 21. Luk. 1, 77. Hebr. 9, 24–28. 1 Joh. 2, 1, 2.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/028&oldid=3378261 (Version vom 1.8.2018)