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kennt, allein durch das Mitleid mich hinreichend bewogen fühlen würde, diese Abhandlung zu schreiben, um die Bekenner des Christenthumes gegen die abergläubischen Meinungen, Gebräuche und Lüste der Welt zu warnen, und sie zu der Kenntniß des Kreuzes Christi, und zum täglichen Gehorsam gegen dasselbe, als dem einzigen uns von Christo angezeigten und verordneten Mittel zur Seligkeit, einzuladen; damit Diejenigen, die sich jetzt des christlichen Namens bloß anmaßen, zum wahren Besitze der Sache gelangen, und durch die Kraft des Kreuzes, – gegen welches sie jetzt unempfindlich und todt sind; statt daß sie durch dasselbe der Welt gekreuzigt und abgestorben seyn sollten, – Theilhaber an der Auferstehung in Christo Jesu werden, und zu einem neuen Leben kommen mögen. Denn Alle, die wirklich in Christo sind, das heißt, die eine Erlösung durch ihn, und eine Vereinigung mit ihm erfahren haben, sind neue Kreaturen.[1] Diese haben einen neuen Willen empfangen, womit sie den Willen Gottes und nicht ihr eigenes Wollen vollbringen. Diese können in der Wahrheit beten, und sie verspotten Gott nicht, wenn sie sagen: „Dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel.“ Diese haben ein neues Streben; sie trachten nach dem, das droben ist, und ihr ewiger Schatz ist Christus.[2] Sie haben einen neuen Glauben, der die Eigenschaft hat, daß er die Fallstricke und Versuchungen des Geistes der Welt überwindet, wenn sie in ihnen selbst oder durch Andere erscheinen. Sie haben endlich auch neue Werke, die nicht in abergläubischen Einrichtungen oder menschlichen Erfindungen, sondern in

  1. Gal. 6, 14–16.
  2. Kol. 3, 1. 2. 3.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/020&oldid=3378253 (Version vom 1.8.2018)