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und wer kann mit dem Thiere, auf dem sie reitet, streiten?

Die Abtrünnigen und Abergläubigen sind immer stolz auf ihren Irrthum, und unduldsam gegen Andere, die nicht ihrer Meinung sind. Alle sollen ihnen beistimmen oder umkommen. Daher werden die erschlagenen Zeugen, und das Blut der Seelen unter dem Altare[1] innerhalb der Mauern dieser geheimnißvollen Babylon, dieser großen vesten Stadt der falschen Christen, gefunden, und von dem heiligen Geiste in der Offenbarung ihr zur Last gelegt. Es ist freilich nicht zu bewundern, daß sie, die zuerst den Herrn kreuzigte, hernach auch seine Knechte tödtete; aber höchst sonderbar und zugleich grausam ist es, daß sie ihren Bräutigam tödten, ihren Heiland ermorden kann; da sie doch diese beiden Benennungen, die ihr so viel eingebracht haben, so sehr zu lieben scheint, und auch durch dieselben, – wiewohl ohne allen gerechten Anspruch, – sich immer noch zu empfehlen sucht. Indessen sind ihre Kinder, durch ihren fortwährenden Ungehorsam gegen die Offenbarung des göttlichen Lichts in ihren Seelen, so gänzlich unter die Herrschaft der Finsterniß gerathen, daß sie vergessen haben, was der Mensch einst war, oder was sie jetzt seyn sollten, und wahres reines Christenthum, wenn sie es antreffen, nicht einmal kennen; wiewohl sie sich viel darauf einbilden, zu der Zahl der Bekenner desselben zu gehören. Ihre Begriffe vom Heil der Seele sind so fleischlich und falsch, daß sie Gutes bös, und Böses gut nennen. Sie halten Menschen wie Teufel für Christen, und Heilige für Teufel. – Obgleich nun die Erwägung der

  1. Offenb. 6, 9.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/018&oldid=3378251 (Version vom 1.8.2018)