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die Kraft derselben verleugnen, nicht die wahre, sondern die falsche Kirche ausmachen, die, obgleich sie sich den Titel der Braut des Lammes, oder der Kirche Christi beilegt, dennoch jenes große Geheimniß, oder „die geheimnißvolle Babylon“ ist, welche der heilige Geist so passend „die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden“ nennt;[1] weil sie von der christlichen Keuschheit und Reinheit ausgeartet ist, in alle Greuel der heidnischen Babylon, einer prachtvollen Stadt der Vorzeit, die als Sitz der babylonischen Könige und der größten Hoffahrt und Ueppigkeit in der damaligen Welt berühmt war. Was nun diese mystische Babylon damals war, das ist sie auch noch jetzt: die größte Feindin der Sache und des Volks Gottes.

§. 7. Es bleibt auch wahr, daß die, welche vom Fleische geboren sind, diejenigen, welche aus dem Geiste geboren sind und die Beschneidung des Herzens erfahren haben,[2] hassen und verfolgen; weil sie nach Babylons Erfindungen, Lehrarten und Vorschriften, Gott nicht verehren und anbeten, und weder ihre nichtigen Traditionen als Lehren annehmen, noch im Leben und Wandel nach ihren verderbten Moden und Gebräuchen sich bequemen können. Wo dieses nun der Fall ist, da verwandelt die Abtrünnige sich in eine Verfolgerin. Denn es ist nicht genug, daß sie selbst von der ersten Reinheit des Christenthums abgewichen ist; nein! Andere sollen es ihr auch nachthun. Darum läßt sie auch denen, die an ihrer Ausartung keinen Antheil haben oder ihr Maalzeichen nicht annehmen wollen, keine Ruhe. – Wer ist auch wohl weiser als sie? die Mutterkirche?

  1. Offenb. 17, 5.
  2. Gal. 4, 29.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/017&oldid=3378250 (Version vom 1.8.2018)