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als sie in Christo erschien und durch ihn geoffenbaret ward.

§. 5. Die Sünde ist, von einem Ende der Welt bis zum andern, von einerlei Natur und Beschaffenheit. Denn, wenn auch ein Lügner kein Trunkenbold, oder ein Flucher kein Hurer, und keiner von ihnen eigentlich ein Mörder ist; so gehören sie doch alle zu einer Gemeinschaft, sind Alle Zweige aus einer und derselben bösen Wurzel, Alle eines Geschlechts. Die Gottlosen haben nur einen gemeinschaftlichen Vater; wie Christus den Bekennern des Judenthums, die in jenem Zeitalter die sichtbare Kirche ausmachten, frei erklärte, indem er Ihre Ansprüche auf Moses und Abraham verwarf, und ihnen gerade heraus sagte, „wer Sünde thue, sey der Sünde Knecht; sie thäten die Werke des Teufels, und wären folglich des Teufels Kinder.“[1]. Diese Behauptung wird immer wahr bleiben, so lange dieselben Gründe dafür vorhanden sind. „Wem ihr euch zum Gehorsam ergebet,“ sagt Paulus, „dessen Knechte seid ihr.“[2] Und Johannes sagt in seiner allgemeinen Epistel an die ersten Gemeinen: „Lasset euch Niemand betrügen; wer Sünde thut, der ist vom Teufel.“[3] – War Judas darum ein besserer Christ, daß er „gegrüßet seist du, Meister!“ ausrief, und Christum küßte? Keinesweges. Es war vielmehr das Zeichen seines Verraths; die Losung, wodurch die blutdürstigen Juden Christum erkennen sollten, damit sie ihn greifen könnten. Judas nannte Christum Meister, und verrieth ihn; er küßte ihn, und verkaufte ihn zum Tode. So verhält es sich mit der Religion der falschen

  1. Joh. 8, 34–45.
  2. Röm. 6, 16.
  3. 1 Joh. 3, 7. 8.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/015&oldid=3378248 (Version vom 1.8.2018)