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Christen ist von weit längerer Dauer. Nachdem sie, wie Judas, zuerst ihn anerkannt, und dann viele Jahrhunderte hindurch aufs schändlichste verrathen haben; hören sie nicht auf, ihn zu verfolgen und zu kreuzigen, indem sie von seiner Lehre, welche Selbstverleugnung und Heiligkeit vorschreibt, in ihren Sitten fortwährend abweichen, und durch ihren Lebenswandel ihrem Glaubensbekenntnisse beständig widersprechen. Von Solchen sagt uns der Verfasser der Epistel an die Hebraer, „daß sie ihnen selbst den Sohn Gottes von neuem wieder kreuzigen, und öffentlich zum Gespötte machen.“[1] Johannes nennt ihre verunreinigten Herzen in seiner Offenbarung: „die Gassen des geistlich so genannten Sodoms und Egyptens, wo unser Herr gekreuzigt ist.“[2]. Und so wie Christus ehemals sagte: „des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen seyn,“ [3] so befinden sich jetzt die Feinde Christi vornehmlich unter seinen eigenen Bekennern, unter welchen es nicht Wenige giebt, die ihn anspeien, ans Kreuz nageln und durchboren, und ihm Essig mit Galle vermischt zu trinken geben.[4] Dieses ist auch nicht schwer einzusehen; da diejenigen Menschen, die nach ihrer verderbten Natur, und unter demselben bösen Einflusse leben, worunter die gottlosen Juden standen, welche Christum äußerlich kreuzigten, ihn gewiß innerlich kreuzigen, und Alle, welche jetzt die Erscheinung und Zucht seiner Gnade in ihren eigenen Herzen verwerfen, gleiches Stammes und Geschlechtes mit jenen verhärteten Juden sind, die damals derselben Gnade widerstanden,


  1. Hebr. 6, 6.
  2. Offenb. 11, 8.
  3. Matth. 10, 36.
  4. Matth., 27.
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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 6. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/014&oldid=3378247 (Version vom 1.8.2018)