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24, 27. uns sagt, wo er nämlich erklärt, „daß Niemand, der nicht sein Kreuz trägt und ihm nachfolgt, sein Jünger seyn könne,“ oder, – wenn wir dieses als Wahrheit annehmen, – nicht anders schließen können, als daß die Mehrheit der Bekenner des christlichen Namens, in der großen Angelegenheit der Religion und ihres eigenen Heils, auf eine bejammernswerthe Art sich täuschen und selbst betrügen.

§. 2. Wir mögen den Zustand der Völker, die auf die Wohlthat des heiligen Namens Jesu Anspruch machen, noch so nachsichtsvoll und liebreich beurtheilen, so müssen wir doch auch, wenn wir zugleich gerecht handeln wollen, nothgedrungen gestehen, daß ungeachtet der gnädigen Vortheile des Lichts und der Erkenntniß, und der Aufmunterungen zur Treue, welche in diesen letztern Jahrhunderten durch die Erscheinung, das Leben, die Lehren und Wunder, durch den Tod, die Auferstehung und Himmelfahrt Christi, nebst den Gaben seines heiligen Geistes den Menschen verliehen worden sind; ungeachtet der Schriften, Arbeiten, Leiden und Erduldungen des Martertodes seiner theuern Zeugen in allen Zeiten, nicht viel mehr als der bloße Name vom wahren Christenthume übrig geblieben zu seyn scheint. Und wo nun die alte heidnische Natur der Menschen sich dieses Namens anmaßet, oder ihr zügelloses Leben damit zu bedecken sucht, da sind die Bekenner desselben in der That nichts anders, als wirkliche, wiewohl verkleidete Heiden. Denn wenn sie auch nicht dieselben Götzen der Heiden anbeten, so beten sie doch Christum mit einem heidnischen Herzen an; und sie können auch nicht anders, so lange sie in gleichen

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/011&oldid=3378244 (Version vom 1.8.2018)