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Vorrede.

Die große Angelegenheit des Lebens eines jeden Menschen ist die, daß er dem Zwecke seines Daseyns entspreche; und dieser ist: Gott zu verherrlichen und seine eigene Seele zu retten; – eine Verordnung des Himmels, die so alt als die Welt ist. Gewöhnlich bekümmert sich aber der Mensch am wenigsten um Das, was seine Hauptsorge und wichtigste Beschäftigung seyn sollte. Er ist abgeneigt, sich selbst kennen zu lernen, Untersuchungen über sein Daseyn, über den Ursprung, die Pflichten und das Ende seines Lebens anzustellen. Lieber wendet er seine Tage, – welche eben so viele Schritte zu seiner ewigen Wohlfahrt seyn sollten, – nur dazu an, daß er seinen Stolz, seinen Geitz und die Lüsternheit seines Herzens zu befriedigen sucht. Als wenn er bloß um sein selbst willen da sei, oder als ob er sich selbst das Daseyn gegeben habe, und daher keiner höhern Macht Rechenschaft schuldig, und ihrem Urteilsspruche nicht unterworfen sei.

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Wilhelm Penn: Ohne Kreuz keine Krone. Georg Uslar, Pyrmont 1826, Seite III. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Penn_Ohne_Kreuz_keine_Krone.djvu/003&oldid=3378236 (Version vom 1.8.2018)