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und Capuziner besonders ausgezeichneten, mit vieler Hitze gegen dasselbe. Unter diesen Umständen ward endlich der Fürst und seine Regierung aufmerksam auf diese Schrift. Der hiesige Bücher-Censor, Geistl. Rath Günther, fand Gelegenheit, sein Richteramt auszuüben. Man confiscirte die zerstreuten Exemplare von allen Orten und Ecken; inquirirte, wo sich nur einige Spuren von der Existenz oder gar von der Abstammung der verderblichen Schrift zeigten. Es wurde eine besondere Untersuchungs-Commission aus geistlichen und weltlichen Räthen in dieser Angelegenheit niedergesetzt. Allein bis jetzt ist der Verfasser noch unbekannt geblieben. Doch stehen die weiteren Resultate dieser Untersuchung noch zu erwarten. Das Bemerkungswertheste bey der Erscheinung dieses maskirten Herbarius war nicht sowohl der Inhalt des Buches selbst; denn es enthält nichts neues, als vielmehr die wunderliche Gährung, die es unter Menschen von jeder Klasse hervorbrachte. Alles sprach von dem neuen Katechismus; einer raunte es dem andern ins Ohr, was für Irrthümer und Ketzereyen darin enthalten seyn; da wurde nach allen Seiten hin und her gerathen, wer doch der Verfasser seyn möchte; und gewiß traf manchen unschuldigen ein geheimer Verdacht.


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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 3. Raw, Nürnberg 1791, Seite 114. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_3,_1).pdf/12&oldid=- (Version vom 14.8.2016)