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vorüberfahren, so werden Sie zahlreiche schrebergärten sehen: ein wildes buschwerk von obstbäumen, fast ohne ertrag. Das sind keine gärten mehr, die leute haben garnichts davon. Sie besuchen den garten höchstens zur pflaumen- oder äpfelernte, und damit ist der schrebergarten erledigt. Es fällt keinem menschen ein, einen solchen garten im laufe des jahres zu betreten. Er ist dickicht. Daher darf kein baum gepflanzt werden, nur spalierobst.

Auch dann, wenn der bebauungsplan es nicht erlaubt, daß alle straßen scharf von osten nach westen gehen, sollen alle gärten von norden nach süden gerichtet sein. Die häuser stehen dann an der straßenseite wie die zähne einer säge:

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Das siedlerhaus hat vom garten aus entworfen zu werden, denn, vergessen wir es nicht: der garten ist das primäre, das haus das sekundäre.

Fragen wir uns zuerst, welche räume solch ein haus haben muß.

Vor allem andern einen abort mit dungverwertung. Ein wasserklosett darf es im siedlungshaus nicht geben, denn die abfallstoffe des ganzen hauses samt den menschlichen

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Adolf Loos: Adolf Loos – Sämtliche Schriften. Herold, Wien, München 1962, Seite 411. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Loos_S%C3%A4mtliche_Schriften.pdf/413&oldid=- (Version vom 1.8.2018)