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 Ode an den Westwind.

 1.

O wilder Westwind, du des Herbstes Lied,
Vor dessen unsichtbarem Hauch das Blatt,
Dem Schemen gleich, der vor dem Zaubrer flieht,

Fahl, pestergriffen, hektisch roth und matt,

5
Ein todtes Laub, zur Erde fällt! O du,

Der zu der winterlichen Ruhestatt

Die Saaten führt – die Scholle deckt sie zu,
Da liegen sie wie Leichen starr und kalt,
Bis deine Frühlingsschwester aus der Ruh’

10
Die träumenden Gefilde weckt, und bald

Die auferstandnen Keim’ in Blüthen sich
Verwandeln, denen süßer Duft entwallt: –

Allgegenwärt’ger Geist, ich rufe dich,
Zerstörer und Erhalter, höre mich!