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von Haugwitz auf Sänitz, das Diaconat gestiftet, wie denn schon vor der Reformation zwei Geistliche angestellt gewesen sein sollen.

Das Patronat über Kirche, Pfarre und Schule steht dem jedesmaligen Besitzer des Dominii Rothenburg ganz allein zu. Da die frühern Burgherrn die Kirche gestiftet und beschenkt, überhaupt sich um sie verdient gemacht haben mochten, überdies die Kirchen in einem noch zum Theil heidnischen Lande und rohen Zeitalter eines kräftigen Schutzes bedurften: so wurde ihnen gewiß von den Bischöfen zu Meißen mit der größten Bereitwilligkeit das Patronatsrecht übertragen und eingeräumt.

Von den Männern, welche den Gottesdienst besorgten, kennen wir aus katholischer Zeit nur folgende:

Johann von Hockinborn, Probst zu Leutmeritz und Pfarrer zu Rothenburg, ein Freund des Herzogs Johann zu Görlitz, wird von 1373–1390 erwähnt. Die Familie von Hockinborn besaß früher Priebus.

Nicol von Kottwitz findet sich 1406 als Altarist in Rothenburg.

Christian von Rothenburg, aus der Familie, welche damals Rothenburg besaß, kommt 1419–1439 vor; im letztern Jahre ist er vermuthlich gestorben.

Michael Gothardi, wird 1442 im Görlitzer Entscheidbuche als Priester in Rothenburg genannt.

Christoph von Giersdorf ist 1458 und 1464 Zeuge, als die Güter Hänchen und Trebus dem Görlitzer Stadtschreiber Joh. Bereith verkauft werden. Er war zugleich