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Unterseite stark ausgeschweift, an der Oberseite aber noch stärker ausgeschnitten. Der Vorderrand der Oberseite (Innenseite) ist quer abgeschnitten, gerade.

Das danach folgende oder das dritte Glied (Taf. 3, Fig. 23–24; Taf. 5, Fig. 10; Taf. 6, Fig. 3 und 4) ist vollkommen von derselben Form, von demselben Bau und derselben Grösse, oder vielleicht ein klein wenig breiter, im Zusammenhange womit auch die hinteren Seitenspitzen etwas kräftiger sind, wie das hinterste Drittel des Hauptgliedes. Die Ausschweifung des Hinterrandes ist aber an der Ober- und Unterseite gleich gross. Auch die Länge entspricht genau dem Drittel des Hauptgliedes.

Das vierte Glied oder das Endglied (Taf. 3, Fig. 23–24; Taf. 5, Fig. 10; Taf. 6; Fig. 3 und 4) ist paarig und besteht nur aus zwei vollständig getrennten und geschlossenen, hornförmigen, nach hinten gerichteten aber mit der Spitze nach aussen gebogenen, den Seitenspitzen des Hinterrandes der zwei vorhergehenden Glieder entsprechenden Seitentheilen. Ihre Länge ist gleich derselben des dritten Gliedes in der Mittellinie gemessen. Die Haut der zwei hinteren Glieder ist zwar nicht ganz so stark verdickt, wie die des Hauptgliedes, aber viel dicker als die der Seitenlappen. Die schuppenartigen Verdickungen sind sehr klein, beinahe punktförmig und nur mit einer starken Loupe zu sehen (Taf. 3, Fig. 23; Taf. 6, Fig. 4). Der ganze Zipfel reicht mit seinem Ende bis etwas über die Mitte des unbedeckten Theiles des dritten Blattfusses, also bis über die Mitte des vierten Dorsalgliedes hinaus.

Die jetzt beschriebene Form des Mittelzipfels gehört den erwachsenen Thieren an. Bei den jungen aber (Tafel 1, Fig. 11) sind die drei hinteren Glieder kürzer und einfacher. Das Hauptglied z. B. erreicht sogar kaum den Hinterrand der Seitenlappen, und die Seitenspitzen des Hinterrandes der Glieder, sowie das letzte Gliedpaar, sind sehr klein, unentwickelt, und gerade nach hinten gerichtet. Dieses Verhältniss bestätigt vollständig die hauptsächlich nach Analogie mit Limulus gemachte Annahme, dass der erste Blattfuss im Dienste der Geschlechtsfunctionen gestanden hat. Bei allen von mir untersuchten jungen Exemplaren sind nämlich die sämmtlichen Theile der Blattfüsse mit Ausnahme des Mittelzipfels schon vollständig entwickelt, welches ganz sicher als ein Zeichen, dass die Thiere noch nicht Geschlechtsreife erreicht hatten, gedeutet werden muss.

In Zusammenhange mit dem mittleren Anhange muss ein der oberen Seite des Blattfusses zugehörendes, paariges Organ (Taf. 3, Fig. 24–25; Taf. 4, Fig, 20; Taf. 5, Fig. 10), welches von mir im vorläufigen Berichte[1] zum ersten Mal beschrieben wurde, hier aber zum ersten Mal abgebildet wird, behandelt werden. An jeder Seite des Mittelzipfels, eben im Vorderende der flügelartigen Seitenausbuchtung des Hauptgliedes, ist nämlich ein übrigens vollständig freies, rohrförmiges oder schlauchartiges, sehr dickhäutiges Organ befestigt und mündet gewiss dort aus. Fr. Schmidt hat zwar dieses Organ bei im Gestein eingeschlossenen Exemplaren von der Unterseite des Thieres durch den Blattfuss durchschimmernd gesehen, verlegt es aber, da es nur als ein dunkler Streifen hervortritt, nach der Unterseite des Seitenlappens selbst und hält es nur für eine Naht, welche ein ovales Feldchen


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Gerhard Holm: Über die Organisation des Eurypterus Fischeri Eichw.. , St. Petersburg 1898, Seite 43. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Holm_Eurypterus_Fischeri.djvu/47&oldid=- (Version vom 1.8.2018)