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66. [Ursache der feindschaft zwischen Griechen und Armeniern.]

[E]s sein die Kriechen den Armenigen alleweg veindt; und die ursach will ich kürtzlich hören lassen, als ichß dann vernomen han von den Armeny. Es sein die Tattern chomen in Kriechenlandt mit viertzigk thausent mann und haben grossen schaden gethan in dem land und haben sich für Constantinopel gelegt mit gewalt. Do schickt der chaiser von Constantinopell zu dem chönig von Armenia und pat in umb hilff. Da fragt der chönig von Armenia, wievil der haiden wären; da sagt im der pot, ir weren XL thausendt; do erwelt der chönig von Armenia XL ritter, die pesten als ers het in seinem land und sprach zu dem poten: „Da will ich dem kayser schicken XL ritter, die sollen mitt der hilff Gottes XL thausendt haiden niderlegen und sollen sie auß dem land mit gewalt schlagen.“ Unnd do die ritter gen Constantinopel chomen für den chaiser, da sagt im der pot, als im der chönigk entpfolhen hett. Do hett es der chaiser für ain gespött und maynt der chönig von Armenia spottat sein darmit. Und an dem tritten tag do gingen die ritter zu dem chaiser und paten in, das er in erlaubt zu den veinden. Do sprach der chaiser, was sie XL thausent mannen wolten angewinnen; und do paten sie in wider, das er sie hinauß ließ und das thor nach in wider zu tät; sie wolten den almächtigen Gott entvor nemen unnd wolten mit in vächten durch cristenlichs glauben willen, wann sie weren darumb chomen und wolten darumb sterben. Und do erlaubt in der chaiser und do ließ man sie hinauß unter die veindt und vachten mitt den veinden und schlugen ir XI hundert ze tot; und do das der chaiser hört, do erschrack er. Unnd sie chamen an das thor mitt den gefangen, die sie hetten gefangen und do wolt sie der chaiser nicht hinein lassen, sie tötten dann die gefangen; und das deten sie und schlugen die gefangen vor dem thor zu tod; und da sie das verprachten, do erschrack der [chaiser] ob in und hett grosse sorg auff sie und erpot ins gar wol und hett sie schön. Und das triben sie alle tag mitt den veinden und deten in grossen schaden an dem volgk und vertriben die veint in churtzer zeit vonn der stat und schlugen sie auß dem landt. Und do die ritter die Tatteren vertriben, do gingen sie zu dem chaiser und paten in umb urlaub

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Valentin Langmantel (Hrsg.): Hans Schiltbergers Reisebuch nach der Nürnberger Handschrift. Litterarischer Verein in Stuttgart, Tübingen 1885, Seite 109. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Hans_Schiltbergers_Reisebuch.djvu/115&oldid=- (Version vom 1.8.2018)