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solt, das wer uns layt und möchten des euch nit ergetzen; so sein wir überain worden mitt unser mutter, das wir uns ergeben wollen in sein genade.“ Und das was den purgeren auch ein wolgevallen; und do namen des Caramans sün ir mutter und die pesten burger zu in auß der stadt und die schlüssel zu den thoren unnd gingen hynauß zu dem Weyasit. Und do sie zunaheten dem here, da nam die muter ir sün, an ydliche handt ainen und ging zu dem Weyasit; und do der Weyasit sein schwester ersach mitt iren sünen, do ging er ir entgegen heraus für das zelt; und als sie chomen zu dem chönig, da vielen sie im zu füessen und chüsten im die füesß und paten genade und gaben im die schlüssel zu den thoren; und do das chönig Weyasit sach, do schuff er mitt seinen herren, die neben im stunden, das siß auffhüben; und das geschach; und do nam er die stadt ein und satzt seiner herren ainen in die stadt; und sein schwester und ir zwen süne schickt er in sein haupstat die genant ist Burssa.


5. [Bajasid vertreibt den beherrscher von Siwas aus dem gebiet von Marsvani. (1395.)]

[E]s was ein landßherre, genandt Mirachamad[1], der was gesessen in ainer stat, die ist genant Amasia und die ist ein heupstadt des lands genant Marsvani und das stöst an des Caramans landt; und do der obgenandt Mirachamad hört, das der thürckisch chönig Weyasit des Charamans landt gewunnen hett, als oben geschrieben steet, da schickt er zu dem Weyasit und pat in, das er chäm und den chönig zu Sebast, genandt also Wurchanadin auß dem land trib, wann er im mitt gewalt im land leg und er selb ym nicht möcht vorgesein, so wolt er im das landt lassen und das er im ein ander landt verlich in seinem land. Und do schickt der Weyasit seinen sun, genant Machmed mitt XXX thausent mannen im ze hilff und triben den chönig Wurchanadin auß dem land mitt gewalt; und do das geschach, do antwortet der Mirachamad dem Weyasit die hauptstadt und das gantz land ein; und do fordert er seinen sun Machamed und gab im das landt, darumb das es sein ersts vechten was gewesen und das er ob was gelegen. Und darnach


  1. Mir-Achmed war statthalter von Amasia. (Fallmerayer, geschichte des kaisertums Trapezunt s. 217.)
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Valentin Langmantel (Hrsg.): Hans Schiltbergers Reisebuch nach der Nürnberger Handschrift.. Litterarischer Verein in Stuttgart, Tübingen 1885, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Hans_Schiltbergers_Reisebuch.djvu/018&oldid=- (Version vom 1.8.2018)