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Geographie und Ethnographie.

„Die Geographie ist die Schwester der Geschichte und nicht die Dienstmagd derselben,“ sagt Nathan der Weise. Die Geschichte erhält von derselben die schätzbarsten Erläuterungen, und würde ohne sie mißoder gar nicht verstanden werdendie Erkenntniß ihrer Wichtigkeit war es, welche im Jahre 1821 in Paris die geographische Gesellschaft in’s Leben rief. Schon im Jahre 1827 zählte die Gesellschaft 300 Mitglieder. Sie läßt Reisen in unbekannte Gegenden unternehmen, ja selbst in solche, die gar nicht eristiren (wir werden zu seiner Zeit auf eine solche Reise zurückkommen), und belohnt die wichtigsten Entdeckungen mit Preisen von 100 bis 10,000 Franc s. – Denn Beispiele von Paris folgte Florenz. Schon im Jahre 1824 trat daselbst eine ähnliche Gesellschaft zusammen. – Aber auch Deutschland wollte nicht ganz zurück-dleiben. Im Jahre 1828 u. 29 bildeten sich an mehrern Orten Vereine für Erdkunde, die sich nur dadurch von den oben genannten unterschieden, daß sie die Erforschung älterer und längst bekannter Gegenden und Länder, und solcher Dinge, die bereits Jedermann wußte, zur Aufgabe machten. Bald krönten ausgezeichnete Resultate ihre Bemühungen, und wir glauben ebenso den Dank unserer Leser zu verdienen, als der Wissenschaft selbst einen Dienst zu erweisen, wenn wir diese eminenten Fortschritte des menschlichen Geistes zur Kenntniß des größeren Publikums bringen. Wir beginnen mit Michel Sauerkraut, geb. den 11. August 843. Er liegt zwischen dem 46° u. 54° nördlicher Breite und dem 24 und 35 Meridian östlich von der Insel Ferro; schlummert süß und träumt angenehm IVIIs 8olinnpn1knp>ns (Geburtn-Orr und Datum hypothetisch) dalanctrt zwischen dem 55° und 56° nördlicher Breite und dem 26 und 30 Meridian östlich der Insel Ferro; frißt Grütze und geberdet sich unanständig.

Das Mährlein von der Wahrheit.

Es reitet der Herr zum Thor hinaus – Juhe! nun geht’s in Saus und Braus; Die Diener sie Han ein’n guten Tag Bei Nichlsthun und bei Weingelag: Se, se, das ist die Wahrheit!

Der Herr, als er zurück nun kömmt. Vom Narren all das Ding vernimmt; Darob erboßt er sich gar sehr, Und schilt sie und bedräut sie schwer: Se, se, das ist die Wahrheit!

„Wie weiß der Herr denn?“ fragen sie „Der Narr verräth unö!“ sagen ste^ Sie greifen und sie binden ihn, Und bläuen ihn und schinden ihn; Se, se, das ist die Wahrheit!

Und wieder reitet der Ritter aus; Und kommt vor Abend nicht nach Haus. „Nun, Hänslein mein, wie steht die Sach’?“ “Mumm^mumm!n „heraus doch mit der Sprach’, Und sage mir die Wahrheit!“

So wie der Narr das Wort vernimmt.

Ein großer Schreck ibn überkümmt; Er machet sich der Kleider los, Und zeiget ihm den Rücken bloß: „Se, se. das ist die Wahrheit.“

sich von

Empfohlene Zitierweise:
Kaspar Braun, Friedrich Schneider (Red.): Fliegende Blätter (Band 1). Braun & Schneider, München 1845, Seite 183. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Fliegende_Bl%C3%A4tter_1.djvu/187&oldid=3310964 (Version vom 31.7.2018)