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Wahre Geschichte
von dem berühmten Räuber-Hauptmanne
Rinaldo Rinaldini.




Zum ersten Male mit schönen Bildern edirt.


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In des Waldes düstern Gründen
Und in Höhlen tief versteckt,
Schläft der kühnste aller Räuber,
Bis ihn seine Rosa weckt.

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„Rinaldini!“ rief sie schmeichelnd,

„Rinaldini, wache auf!
Deine Leute sind schon munter,
Längst schon ging die Sonne auf!“

Und er öffnet seine Augen,

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Lächelt ihr den Morgengruß;

Sie sinkt sanft in seine Arme,
Und erwiedert seinen Kuß.

Draussen bellen schon die Hunde,
Alles flüchtet hin und her;

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Jeder rüstet sich zum Kampfe,

Ladet doppelt sein Gewehr.


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Und der Hauptmann, wohl gerüstet,
Tritt nun mitten unter sie:
„Guten Morgen, Kameraden,

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Sagt, was gibts denn schon so früh?“


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Empfohlene Zitierweise:
Kaspar Braun, Friedrich Schneider (Red.): Fliegende Blätter (Band 1). Braun & Schneider, München 1845, Seite 14. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Fliegende_Bl%C3%A4tter_1.djvu/18&oldid=3310957 (Version vom 31.7.2018)